|
||||||||||||||||||||||||||||
|
visits: 1036160 ·
visits today: 24 ·
visits yesterday: 23 ·
hits: 2504284 ·
visitors online: 4
FIFA 10 - we taste it
von poKa - am Mittwoch 07.10.2009 - 17:14 Uhr
„Wir bieten das beste Fußballspiel aller Zeiten“ tönt Peter Moore während Hunderte Journalisten auf Plastikstühlen zusammengepfercht auf der gamescom-Pressekonferenz von Electronic Arts schwitzen. Forsche Worte, die das Industrie-Urgestein da mir nichts dir nichts in die Menge wirft. Doch dass Moore ein Freund großer Versprechungen ist, sobald er eine Bühne unter den Füßen hat, konnten wir schon Jahre zuvor auf Microsoft-Pressekonferenzen erleben. Mich persönlich erinnert das ja immer an die Mini-Playback-Show: Der kleine Peter wird kurz von der Zauberkugel eingesaugt und wenige Sekunden später schlüpft er, bereit für seinen großen Auftritt, wieder heraus. Neu dagegen ist, dass er mit seiner Aussage gar nicht so Unrecht hat. Zu verdanken hat Electronic Arts diese Huldigung vor allem der neuen 360Grad-Steuerung. Statt hölzern wirkenden Animationen in eine von acht Richtungen, dribbeln Ribery und Co nun leichtfüßig jeden Zentimeter des Platzes entlang. Das ermöglicht auch mehr Flexibilität im Zweikampf, wenn ihr zum Beispiel schnelle Richtungswechsel vollziehen oder Finten schlagen wollt. Auch im Defensivverhalten könnt ihr durch die neugewonnene Bewegungsfreiheit profitieren und nun schneller auf das Angriffsverhalten des Gegners reagieren. Letztendlich schließt FIFA 10 somit sogar zu Pro Evolution Soccer auf, das in diesem Bereich die letzten Jahre deutlich besser war. Torwartfehler: Rooney zieht aufs Tor und zwei Abwehrspieler begleiten ihn.
Der Torwart kommt dennoch weit aus seinem Kasten.
Auch die Änderungen an der Ballphysik werden schon nach wenigen Pässen deutlich. Das runde Leder rollt nun realistischer über das satte Grün der Stadien. Man bekommt mit
der Zeit ein eigenes Gespür für den Ball. Ist der Pass in den Lauf zu
lasch gespielt? Lohnt sich der Fernschuss? Wann muss ich zum Kopfball
ansetzen? FIFA 10 überrascht mit vielen kleinen Momenten, in denen man
selbst aufgrund der direkten Steuerung und dem neuartigen Ballgefühl
den einen oder anderen Fehler macht. Mal segelt ein Abstoß über den
Kopf des Abwehrspielers und der gegnerische Stürmer hat freie Bahn. Mal
schickt ihr euren Mitspieler zu steil und eine gute Kontermöglichkeit
ist passé. Das wird für manche FIFA-Kenner neu sein, macht aber auf
Dauer wesentlich mehr Spaß, da mehr von euch abverlangt wird.
2. FIFA 10 / Willkommen in der Königsklasse:Dazugelernt hat FIFA 10 vor allem bei den Fernschüssen. War es im Vorgänger fast schon ein Ding der Unmöglichkeit, auch mal außerhalb des 16-Meterraums die Kugel in die Maschen zu wuchten, fallen nun schon eher Fernschusstore. Dazu habt ihr zwei Möglichkeiten: Die brachiale Variante, bei der ihr in bester Thomas Hitzlsperger-Manier gegen den Ball drescht. Und die Kunstschuss-Variante (einfach während dem Schießen RB bzw. R1 gedrückt halten), bei der ihr die Pille gezielt Richtung Winkel oder lange Ecke schickt. Bei den Topstars des Fußballs gehen vor allem diese Schüsse etwas zu oft rein, sofern sie genügend Freiraum haben. Ähnlich treffsicher sind Stürmer, die alleine auf den Torwart zulaufen. Zwar wurde kräftig am der Torwart-KI gefeilt, doch beim eins gegen eins kommen die Hintermänner einfach viel zu früh, zu weit aus ihren Kisten. Das ist spätestens beim dritten, gelupften Gegentor ärgerlich, lässt sich aber vermeiden, wenn ihr frühzeitig zweimal auf Y bzw. Dreieck (PS3) drückt und eurem somit Keeper klar macht, dass er gefälligst auf der Linie bleiben soll. Gegen den latenten Hang der Torhüter, vor allem bei Flanken im Fünfmeterraum nicht beherzt zuzugreifen, könnt ihr jedoch nichts machen. Hier müsst ihr am besten die Flanke bereits auf den Außen unterbinden oder aber reaktionsschnell einen Abwehrspieler anwählen, mit dem ihr dann den Ball aus der Gefahrenzone köpft. Ansonsten muss man EA jedoch ein großes Kompliment für die Torhüter machen, die nicht nur durch saubere Animationen auffallen, sondern diesmal auch menschlich wirken. Es ist schlichtweg toll, wenn zum Beispiel Chelseas Czech im letzten Moment Richtung Tor hechtet, den Ball mit einer Hand von der Linie kratzt und so den gekonnten Lupfer des Gegners entschärft. Selbst Schüsse, die nach guter Reaktion des Torhüters noch dessen Bein streifen und ins Tor kullern, haben den Weg ins Spiel gefunden. Vom Tempo her wirkt FIFA 10 nicht gerade wie eine Simulation. Mit einfachen, direkten Pässen könnt ihr sekundenschnell das Spielfeld überbrücken. Das ist auf der einen Seite ziemlich unrealistisch, macht auf der anderen Seite jedoch eine Menge Spaß, da dieser leichte Kombinationsfußball einfach schön anzuschauen ist. Außerdem agieren eure Abwehrspieler dem Tempo entsprechend, so dass trotz schnell laufender Kugel keine großen Lücken entstehen. Zu guter letzt hätten wir da noch die Schiedsrichter, die nicht ganz unerheblich ins Spielgeschehen eingreifen können. Während die Vorteilsauslegung für die Unparteiischen in FIFA 2009 noch ein Fremdwort war, scheinen die Referees nun auf einmal das Regelwerk zu kennen. Spieler A wird gefoult, Spieler B erhält jedoch den Ball und zieht weiter Richtung Tor: kein Foul. Spieler A wird gefoult, Spieler B bekommt den Ball nicht und zieht auch nicht weiter Richtung Tor: Foul. Ja wunderbar! Es geht doch. Auch die unnötigen und ärgerlichen Elfmeter, wenn man im letzten Moment noch einen Schuss des Gegenspielers im 16-Meterraum mit einer Grätsche blocken wollte, gehören der Vergangenheit an. So schön es ist, dass die Schiedsrichter etwas dazu gelernt haben, so schlimm ist es, dass das Kommentatoren-Duo Tom Bayer und Sebastian Hellmann noch immer scheinbar andere Spiele sieht. Da wird ein Ball flach ins Tor geschoben und mit „knapp unter die Latte“ kommentiert. Auch nicht von sonderlich großer Intelligenz zeugt der Spruch „Ja, da hat er die Ecke geahnt“, als unser Torwart den mittig geschossenen Elfmeter hielt. Aber auch Fußballweisheiten, für die das Duo in der Krombacher Fußballrunde des DSF wahrscheinlich ihr komplettes Hab und Gut in das Phrasenschwein stopfen müssten, sind dabei. „Der Ball im Seitenaus, Einwurf“ und „das erste Tor, eins zu null“ sind da noch eher harmlos. Optisch hat FIFA 10 den meisten Spielern ein leichtes Facelifting verpasst, das zwar einen kleinen Fortschritt erkennen lässt, aber insgesamt nicht berauschend ist. Alte Schwächen wie die tristen, leblosen Zuschauermassen ist man leider nicht angegangen. Letztendlich muss man sich mit einem kleinen Update zufrieden geben, bei Spieler kleinerer Vereine fernab jeglicher Ähnlichkeit zum realen Alter Ego über den Platz rennen. Da ist es schön, wenn wenigsten bei richtigen Schlammschlachten unter Dauerregen das Wasser während einer Grätsche spritzt. Neben grundlegenden Änderungen im Gameplay hat Electronic Arts auch am Gesamtpaket geschraubt und diverse Modi erweitert. In der Arena habt ihr zum Beispiel nun die Möglichkeit jederzeit vom eins gegen eins zu Standardsituationen jeder Art zu wechseln. Auch Trainingsspielchen, bei denen ihr selbst bestimmen könnt, wie viele Defensiv- und Offensiv-Spieler teilnehmen, könnt ihr auf Knopfdruck starten. Das i-Tüpfelchen sind jedoch eigens gefertigte Abläufe für Standardsituationen. Hier könnt ihr für jeden eurer Spieler einen eigenen Laufweg bestimmen und im Spiel bis zu vier selbst definierte Freistoßkombinationen auswählen. Auch die Live Season hat dazu gelernt und trägt nun ein „2.0“ hinter ihrer Beschreibung. Für euch heißt das, dass ihr nun jederzeit die komplette Saison eures Lieblingsteams nachspielen könnt. Die Statistiken dazu liefert ein wöchentliches Update, das sogar gelbe Karten, Verletzungen und Formationsänderungen berücksichtigt. Neu im prallen Modi-Paket ist der Virtual Pro. Ein virtuelles Ebenbild, dass ihr euch übers Internet erstellen könnt. Damit könnt ihr dann nicht nur den Be a Pro-Modus bestreiten und euch als langsam hocharbeiten, sondern auch im „Pro Klub Championship“ einem Verein beitreten bzw. zusammen mit Freunden einen eigenen Verein gründen. Außerdem wurde der Managermodus mit neuen Funktionen und realistischeren Martkwerten bestückt. Wer sich auf dem Platz mit seinen Freunden messen will, kann dies in einer reinen Freundes-Liga. Hier bestimmt ihr wie viele Spieler an der Liga teilnehmen, vergebt ein Passwort und legt fest, wie oft die Spieler gegeneinander antreten müssen, bis der Champion feststeht. Zur Wertung: Fußball-Herz was willst du mehr? Was bleibt mir noch zu sagen? Hier stimmt so viel wie seit Jahren nicht mehr. Seit Pro Evolution Soccer 6 konnte mir kein Spiel so viel Spaß bereiten wie es FIFA 10 macht. Tolle Spielzüge, klasse Animationen, spannende Spiele, 360Grad-Dribblings – schon auf dem Platz zeigt EA ganz großen Sport. Wenn man jetzt noch bedenkt, wie viele Stunden Spaß euch Ranglistenmatches, die Freunde-Liga, Virtual Pro, Stärken- und Transferupdates, der Be a pro-Modus und Live Season 2.0 bringen, muss man als Fußball-Fan einfach zugreifen. Dieser Fußball fühlt sich nicht nur echt an, sondern sieht auch so aus. Das Zweikampfverhalten setzt neue Maßstäbe und die neue Freiheit im Dribbling lässt FIFA nach Jahren des Rückstandes in Sachen Steuerung zu Pro Evolution Soccer aufschließen. Einzig und allein die Ballphysik, die nicht ganz so ausgearbeitet wirkt wie bei der Konkurrenz, und kleinere Torwartmängel bei Flankenbällen können hin und wieder nerven. Das ist jedoch Meckern auf ganz hohem Niveau und kann nichts daran ändern, dass FIFA 10 das beste Fußballspiel seit Jahren ist. Pro
Kontra
WertungWir von inFACT e.V. wünschen euch Viel Spass bei FIFA 10! Related Links: not available
125 mal gelesen
Kommentare Meldung
|
|
![]() ![]() ![]() ![]() ![]()
|
|||||||||||||||||||||||||